{"id":2,"date":"2012-06-01T17:48:17","date_gmt":"2012-06-01T17:48:17","guid":{"rendered":"http:\/\/jg-dortmund.de\/JKGD_2012\/wordpress\/?page_id=2"},"modified":"2023-02-09T16:30:46","modified_gmt":"2023-02-09T15:30:46","slug":"gemeinde-dortmund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jg-dortmund.de\/ru\/gemeinde-dortmund","title":{"rendered":"\u0418\u0441\u0442\u043e\u0440\u0438\u044f"},"content":{"rendered":"<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-157 img_left\" title=\"J\u00fcdische Gemeinde Dortmund\" src=\"http:\/\/www.jg-dortmund.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Gemeinde_1.jpg\" alt=\"J\u00fcdische Gemeinde Dortmund\" width=\"270\" height=\"213\">Seit der Neugr\u00fcndung der J\u00fcdischen Kultusgemeinde Dortmund nach den Schrecken der NS-Herrschaft befindet sich die Gemeinschaft der j\u00fcdischen Mitb\u00fcrger in Dortmund in st\u00e4ndiger Bewegung und Entwicklung. Bereits im Jahr 1945, nur wenige Monate nach Ende des Zweiten Weltkrieges, feierten 50 zur\u00fcckkehrende Juden gemeinsam Rosh Hashana, das j\u00fcdische Neujahrsfest. Einige kehrten sp\u00e4ter ihrer alten, durch die Grauen des Holocausts fremd gewordenen Heimat den R\u00fccken zu. Andere entschieden sich zu bleiben. Im Jahre 1956 wurde das heutige Gemeindezentrum mit der Synagoge an der Prinz-Friedrich-Karl-Stra\u00dfe ihrer Bestimmung \u00fcbergeben. Wer f\u00fcr sich ein Haus baut, will bleiben. Seitdem war und ist das backsteinerne Geb\u00e4ude gesellschaftlicher und religi\u00f6ser Mittelpunkt der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung Dortmunds.<\/p>\n<p>Weiterhin erfahren Sie hier verschiedenes \u00fcber die Vergangenheit und die Gegenwart der Gemeinde.<\/p>\n<h5><strong>Entwicklungen in der Neuzeit<\/strong><\/h5>\n<p>Erst die napoleonische Umbruchszeit f\u00fchrte Juden wieder nach Dortmund. Durch eine Reorganisation der politischen Landkarte begann das franz\u00f6sische B\u00fcrgerrecht aus dem Jahre 1791 und somit die Gleichstellung der Juden auch im deutschen Westen ab 1808 zu gelten und laut Verordnung erhielten die Juden das Wohn- und Arbeitsrecht.<\/p>\n<p>Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte Dortmund infolge der industriellen Erschlie\u00dfung des Ruhrgebiets einen gro\u00dfen Aufschwung. Mit Hoffnung auf Arbeit siedelten auch Juden vermehrt nach Dortmund um. Zudem trieben antisemitische Pogrome viele Juden aus der Ukraine, Russland und Polen in die westlichen Staaten Europas. W\u00e4hrend die meisten alteingesessenen Juden in Hoffnung auf absolute Gleichstellung sich bereitwillig assimilierten und das orthodoxe Judentum aufgaben, hielten die sogenannten \"Ostjuden\" an den alten Riten und Br\u00e4uchen fest. W\u00e4hrend 1815 nur 30 Juden in Dortmund ans\u00e4ssig waren, z\u00e4hlte die Gemeinde 1870 bereits 600 und im Jahre 1900 mehr als 2000 j\u00fcdische B\u00fcrger. Die Gemeinden in Dorstfeld und H\u00f6rde, um die Jahrhundertwende noch nicht zu Dortmund geh\u00f6rig, lie\u00dfen eigene Synagogen bauen. Zwischen 1818 und 1843 wurde in der Horststra\u00dfe die Dorstfelder Synagoge erbaut, im Jahre 1900 folgte die H\u00f6rder Synagoge. In Aplerbeck wurde eine Betstube eingerichtet, in der Dortmunder Nordstadt richteten sich die orthodox lebenden \"Ostjuden\" ebenfalls einen \"Cheder\", eine Betstube, ein und bauten eine \"Mikwe\". Die viel zu klein bemessene Synagoge am W\u00fcstenhof, 1853 eingeweiht, wurde durch einen Prachtbau auf dem Platz des heutigen Stadttheaters am S\u00fcdwall ersetzt. Presse und Stadtvertreter sprachen anl\u00e4sslich der Einweihung am 8.\/9. Juni 1900 von einem \"Monumentalbau, f\u00fcr Jahrhunderte berechnet und f\u00fcr ewige Zeiten eine Zierde der Stadt\". Zu diesem Zeitpunkt lebten rund 5000 Juden im Raum des heutigen Dortmunds.<\/p>\n<p><span style=\"color: #a67c52;\">Eine 3D-virtuelle Rekonstruktion der Alten Synagoge Dortmund wurde durch ein Team der Architekten bei der Technischen Universit\u00e4t Darmsradt unter der Leitung vom Prof. Dipl.-Ing. Manfred Koob angefertigt.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\t\t<style>\n\t\t\t#gallery-2 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-2 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-2' class='gallery galleryid-2 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/jg-dortmund.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/024.jpg' rel=\"lightbox[2]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/jg-dortmund.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/024-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"Alte Synagoge Dortmund. Rekonstruktion.\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/jg-dortmund.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/041.jpg' rel=\"lightbox[2]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/jg-dortmund.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/041-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"Alte Synagoge Dortmund. Rekonstruktion.\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/jg-dortmund.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/046.jpg' rel=\"lightbox[2]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/jg-dortmund.de\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/046-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"Alte Synagoge Dortmund\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<h4>&nbsp;<\/h4>\n<h4><strong>Das Ende und der Neubeginn<\/strong><\/h4>\n<p>Mit der Macht\u00fcbernahme Hitlers begannen die Leiden der Juden auch in Dortmund. W\u00e4hrend man zuvor voll in das Alltagsgeschehen der Stadt integriert war, wurden diese immer mehr Repressalien ausgesetzt. Im September 1938, nur wenige Wochen vor der Reichspogromnacht und der Zerst\u00f6rung aller Synagogen in Deutschland, musste die j\u00fcdische Gemeinde ihre Synagoge unter Androhung von Gewalt verkaufen. In unmittelbarer N\u00e4he sollte das Gestapo-Hauptquartier eingerichtet werden: Die \"Zierde der Stadt\" wurde in den Augen der Nationalsozialisten zum \"Schandfleck\". In den folgenden Jahren mussten die j\u00fcdischen Volks-, Talmud- und Handwerkerschulen ihren Betrieb einstellen. Im Gestapo-Gef\u00e4ngnis \"Steinwache\" wurden Juden inhaftiert und gefoltert. Wie im gesamten Reichsgebiet wurde das j\u00fcdische Eigentum auch in Dortmund \"arisiert\". Ab Januar 1942 begann man die Juden vom Dortmunder S\u00fcdbahnhof aus in die Vernichtungslager Auschwitz und Theresienstadt zu deportieren. 2200 Juden, nahezu alle, die sich nicht fr\u00fchzeitig ins Ausland in Sicherheit bringen konnten, wurden in den Gaskammern der KZs ermordet.<br \/>\nNur wenige Dortmunder Juden \u00fcberlebten den Holocaust.&nbsp; Seit der Neugr\u00fcndung der J\u00fcdischen Kultusgemeinde Dortmund nach den Schrecken der NS-Herrschaft befindet sich die Gemeinschaft der j\u00fcdischen Mitb\u00fcrger in Dortmund in st\u00e4ndiger Bewegung und Entwicklung. Einige kehrten sp\u00e4ter ihrer alten, durch die Grauen des Holocausts fremd gewordenen Heimat den R\u00fccken zu. Andere entschieden sich zu bleiben. Bereits im Jahr 1945, nur wenige Monate nach Ende des Zweiten Weltkrieges, gr\u00fcndeten 50 Juden unter der F\u00fchrung von Siegfried Heimberg die neue j\u00fcdische Gemeinde und feierten gemeinsam Rosh Hashana, das j\u00fcdische Neujahrsfest. Im Jahre 1956 wurde das heutige Gemeindezentrum mit der Synagoge an der Prinz-Friedrich-Karl-Stra\u00dfe ihrer Bestimmung \u00fcbergeben. Wer f\u00fcr sich ein Haus baut, will bleiben. Seitdem war und ist das backsteinerne Geb\u00e4ude gesellschaftlicher und religi\u00f6ser Mittelpunkt der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung Dortmunds.<br \/>\nIn den 80ern des vergangenen Jahrhunderts bef\u00fcrchtete die Leitung der J\u00fcdischen Kultusgemeinde das absehbare Ende der Existenz einer j\u00fcdischen Gemeinde in Dortmund. Die Mitglieder wurden immer \u00e4lter, die Jugend zog ein Leben in anderen Regionen Deutschlands oder in Israel vor und folglich blieb der Nachwuchs aus. 1989 z\u00e4hlte die Gemeinde 350 Mitglieder - mit sinkender Tendenz.<br \/>\nAusgerechnet ein Ereignis von weltweiter Bedeutung sollte das Feuer j\u00fcdischen Lebens in Dortmund neu entfachen: Als das kommunistische, religionsfeindliche System im europ\u00e4ischen Osten zusammenbrach und die Schranken f\u00fcr den freien Verkehr fielen, reisten viele Juden nach Israel, den USA oder auch in Deutschland, um ein neues Leben, frei von unterschwellig oder offen vorherrschendem Antisemitismus, zu beginnen. Aufgrund einer Vereinbarung zwischen Bundesregierung und dem Zentralrat der Juden, der politischen Vertretung der Juden, auf Antrag in die BRD einzureisen.<br \/>\nDank der Zuwanderung ist die Anzahl der Juden in Dortmund auf aktuell ca. 3000 Mitglieder angestiegen. Die Bew\u00e4ltigung der Integration der Neumitglieder in die j\u00fcdische und deutsche Gesellschaft bedeutete zugleich Bereicherung wie auch Herausforderung f\u00fcr die Gemeinde. Neue Aufgaben wurden gestellt: Integration in die deutsche und j\u00fcdische Gesellschaft, soziale Betreuung und Unterst\u00fctzung der oftmals \u00e4lteren Neumitglieder und Heranf\u00fchrung an religi\u00f6se Wurzeln und Traditionen. Sprachkurse und Lerngruppen wurden schnell gebildet, das kulturelle Angebot erweitert und die R\u00e4umlichkeiten ausgebaut.<br \/>\nEnde der 90er konnte die Synagoge, die ca. 200 Betenden Platz bietet, den gro\u00dfen Ansturm nicht mehr bew\u00e4ltigen. Ein Neubau wurde n\u00f6tig. So entstand der gro\u00dfe Mehrzwecksaal hinter dem Verwaltungsgeb\u00e4ude. Das 500 Menschen fassende Geb\u00e4ude wird zu den hohen j\u00fcdischen Feiertagen zur Synagoge umfunktioniert, w\u00e4hrend es im gesamten Jahr als Veranstaltungsort f\u00fcr Konzerte, Feierlichkeiten oder als Speisesaal gen\u00fctzt wird.<br \/>\nInnerhalb der j\u00fcdischen Kultusgemeinde haben sich zahlreiche Mitglieder in Interessensgruppen zusammengeschlossen. So schaffen der Frauenverein der Damen, die Sportinteressierten im Makkabi Sportverein e.V., eine Reihe wohlt\u00e4tiger Vereine, die studentische Gruppe und das aktive Jugendzentrum \"Emuna\" sowie der Seniorentreff ein buntes Gemeindeleben. Im p\u00e4dagogischen Bereich haben sich die Religionsschule, mit der M\u00f6glichkeit j\u00fcdische Religionslehre als Abiturpr\u00fcfungsfach w\u00e4hlen zu k\u00f6nnen, und die j\u00fcdischen Tages- sowie Sonntagsschule \u201cAhavat Israel\u201d f\u00fcr Kinder etabliert. Vor mehr als zehn Jahren wurde die j\u00fcdische Kindertagesst\u00e4tte \"Br\u00fccken-Kindergarten\" feierlich er\u00f6ffnet. Der hellblaue Neubau steht an der Ecke Arndtstra\u00dfe, Hellweg. F\u00fcr die religi\u00f6se Betreuung ist Herr Rabbiner&nbsp;Avigdor Moshe Nosikov zust\u00e4ndig. Die Mitglieder wenden sich mit zahlreichen Lebensfragen an ihn und lassen sich in j\u00fcdische Tradition und Philosophie einweisen.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit der Neugr\u00fcndung der J\u00fcdischen Kultusgemeinde Dortmund nach den Schrecken der NS-Herrschaft befindet sich die Gemeinschaft der j\u00fcdischen Mitb\u00fcrger in Dortmund in st\u00e4ndiger Bewegung und Entwicklung. 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